Keltoi, Celtoi - keltische Religion - keltoi.ch - die spezielle Keltenseite
 
Home     Seele-Anam Cara     Brauchtum     Sagen und Märchen     Lexikon REKOLAB

 

Bluescht

Beltane - Beltaine - 1. Mai

Ursprung, Herkunft und Bedeutung: Am 1. Mai, also 40 Tage nach dem Frühlingspunkt am 21. März sei angeblich im keltischen Druidentum Beltane, Beltaine oder Belenus, Belenos begangen worden, zu dem [angeblichen] Samonios am 1. November der zweite, gegensätzlich wichtige Anlass als Halbzeit-Wechsel. Einiges im regionalen Brauchtum deutet darauf hin, dass dem tatsächlich so gewesen sein könnte. Mancherorts existieren noch Bräuche wie Maibaum, Maisingen, Tanz in den Mai. Ein vermutlich ursprünglicher Inhalt von Beltane, die Auferstehung der Natur, wurde allerdings auf Ostern verlagert.

VolkstanzWegen der Naturverbundenheit von tänzerischen Relikten aus der frühen Zeit wurde von der römisch-katholischen Kirche seit dem 9. Jahrhundert ständig versucht, die Volkstänze durch Verbote und Verketzerungen auszurotten. Es galt der Satz: Der Tanz ist ein Kreis, in dessen Mittelpunkt der Teufel ist.

Die Umerziehung durch Sittengesetze strebte Untertanen an, welche die folgenden Tugenden verwirklichten: fromm und gottesfürchtig, sittsam, züchtig, still, bescheiden, genügsam, mässig und nüchtern, fleissig, sparsam und pünktlich.

Desgleichen die Normen katholischer Obrigkeiten im sexuellen Bereich. Ausser- und vorehelicher Beischlaf waren von Staates wegen verboten. Auch bekämpft wurden die Stubeten, also die nächtlichen Zusammenkünfte des Jungvolks, die verhinderten, "sich zum Schlafen zu begeben und statt dessen an heimlichen, abgesonderten Orten, in Wäldern, Tobeln, hinter den Hägen und andern Winkeln zusammenpaaren und unzüchtige Buhlschaften und fleischliche Sünden verüben". Die Vorschriften wollten die beiden Geschlechter möglichst voneinander fern halten. Seit dem Konzil von Trient (1545-1563) erkannte die Kirche nur jene Ehen an, welche vor dem Pfarrer und vor zwei Zeugen geschlossen worden waren. Trotzdem hielt sich der Brauch der privaten "Winkelehe".

Die überlieferte regelmässige Wiederholung der immer gleichen Ermahnungen und Verbote durch die Obrigkeit weist hin auf eine schlechte Beachtung der Gebote. Auch die häufigen Klagen der Regierenden über die immer schlimmeren Zeiten sind Anzeichen für einen Misserfolg der Moralpolitik.

Besonders die jüngere Generation liess sich Zusammensein,
Tanzen und körperliche Kontakte nicht verbieten.

Bei den Anlässen zu Beltane am 1. Mai, die seit Goethe als "Walpurgisnacht" bezeichnet werden, handelt es sich demnach schlicht um die verbotenen Tanzveranstaltungen, die sich im versteckten über alle Zeiten erhalten haben, teilweise auch kultiviert wurden.

Unspunnenfest Interlaken
Die Abbildungen zeigen Alpfeste im Sommer



1. Mai - Tag der Arbeit

LandsgemeindeWas ist Pfingsten? Pfingsten, die angebliche "Ausgiessung des heiligen Geistes" [Was ist Geist?], ist im Grunde eine politische Aktion. Heute wird das frühere Beltane mit Ostern gefeiert. Der 1. Mai ist ein rein politischer Tag geworden. Regional verbunden mit Umzügen, Ansprüchen und Besitzmarkierungen, Flurumgängen. Auch die Oster- und Pfingstmärsche gehören inhaltlich dazu.

Die Landsgemeinde ist eine Urform der schweizerisch helvetischen direkten Demokratie und steht in ihrer Art in der Welt einzigartig da. An einem Tag Ende April/Anfang Mai versammelten sich die Stimmberechtigten unter freiem Himmel, um die Regierung und Gerichte zu wählen und über Gesetze und Ausgaben zu entscheiden. Die erste historisch belegte Landsgemeinde fand 1294 statt. Bis heute (2008) haben sich noch zwei Landsgemeinden erhalten in Glarus und Appenzell Innerrhoden.




Walpurgisnacht - Hexen - Hexenglauben

Woher kommt die Mär von der Hexe? Das Märchen und der Hexenglaube?

Was ist Walpurgisnacht? Das magische Bild in keltischer Kultur schliesst mit der Signatur durch den Bann das Symbol als Stellvertretung aus. Bei der Hexe als Erscheinung ist davon auszugehen, dass dies aus dem germanischen Norden eingeschleppte Vorstellungen vom Gespenst als Geist sind, transportiert und missioniert die Flüsse aufwärts vor allem in die Zentral- und Ost-Schweiz.

Vom europäischen Festland wird aus keltischer Zeit nichts von Hexen berichtet, was aber weiter auch nichts besagt. Keltische Fürstinnengräber mögen aufzeigen, dass die Frau gleichberechtigt gewesen sein muss.

Die Geburtshilfe lag in der Antike fast ausschliesslich in den Händen der Frauen. Die Ärzte scheuten die Berührung der weiblichen Geschlechtsteile und liessen die Behandlung nach ihren Anordnungen von Frauen vornehmen. Die Eierstöcke waren noch nicht entdeckt, die Aufgabe der Hoden zur Produktion der Samen unbekannt.

Wenn nun die keltische Denkweise in ihrer Entwicklung durch römische Kaiser mit dem Verbot von Schule und Kult gestoppt oder zumindest empfindlich gestört wird, geht das Kinder kriegen der Frauen davon unbehelligt weiter und so werden es vor allem Frauen gewesen sein, welche die lebensnotwenigen Grundlagen des keltischen Druidentums auch ohne Druiden weitergeführt haben bzw. führen mussten.

Ein möglicher Hintergrund der um 1400 entstehenden Hexen könnte demnach vorliegen in dem Aberglauben in Form einer nicht natürlichen Geburt, wie sie als Einbildung der unbefleckten Empfängnis zu einem zentralen Inhalt von Pfingsten, dem Heiligen Geist einer dem keltischen Druidentum nachfolgenden neuen, römisch-katholischen Geistlichkeit wurde. Erst dadurch wurde die spätere Vorstellung möglich, Frauen könnten als Hexen vom Teufel geschwängert werden. Dieser Unsinn von Dämon und Schwangerschaft stammt aber von anderswo her und ist nicht aus dem keltischen Druidentum.

So ab dem 6. Jahrhundert begann die Missionierung der keltischen Gebiete durch irische Wandermönche. Klöster wurden gegründet, Klosterschulen bildeten eine neue Geistlichkeit die lesen und schreiben konnte. Weder in den Männer- noch in den Frauenklöster wurden Kinder geboren. Vermutlich darum konnte sich bei neuen Gelehrten auf der Basis der angeblich unbefleckten Empfängnis aus der Bibel die Wahnvorstellung von Hexen entwickeln, die mit dem Leibhaftigen buhlten.

Die katholische Heilige Walburga, Walpurgis, war eine im 8. Jh. in Süddeutschland tätige Missionarin sowie Vorsteherin des Benediktinerklosters von Heidenheim, wurde zur Patronin der Schwangeren und angerufen, nebst anderem, gegen Hungersnot und Missernte, Tollwut, Pest und Seuchen. Das sind exakt auch Vorwürfe, welche später den angeblichen Hexen gemacht wurden.

Die Distanz zur natürlichen Schwangerschaft führte auch zu absurden Tierprozessen. So wurde in Basel 1474 ein Hahn zum Tode verurteilt und am 4. August auf dem Kohlenberg als verkleideter Teufel auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dem Hahn wurde vorgeworfen, er habe ein Ei gelegt, was wider die Natur war. Vor allem aber befürchteten die Gelehrten, dass aus dem Ei ein Basilisk, ein Ungeheuer, schlüpfen könnte. Auch das inkriminierte Ei wurde den Flammen übergeben.

Die Walpurgisnacht ist ein Element aus dem "Faust I", einer Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, die 1808 veröffentlicht wurde. Goethe seinerseits stützt sich auf das Buch Blockes-Berges Verrichtung von Johannes Praetorius aus dem Jahre 1669.

Das Wort Hexe im Schweizer-Deutsch - Ursprung und Herkunft

Hägsen - Hexen Das Wort Hägsen taucht 1402 in Schaffhausen (Schweiz) auf; 1419 das Wort hexereye in Luzern (Schweiz), dabei soll es sich um den ersten Beleg für Hexerei im deutschen Sprachraum handeln.

Im Schweizerdeutsch sind die Wörter hegs oder hägs die Möglichkeitsform des Verbes "haben" in der Gegenwart; zum Beispiel im Sinne von angeblich habe es als Vermutung (bi dänë hegs no söttigs [bei jenen habe es noch solches]) oder als Behauptung (si heg chönë flüüge [sie habe fliegen können]). Gut vorstellbar, wie aus den einzelnen, überlieferten, hegs oder hägs die Hegs- oder Hägsereien wurden und dann die Personen, die solches weitertrugen, schliesslich als Hegsen oder Hägsen und schliesslich als Hexen benannt wurden. Der stets rezitierte und voneinander abgeschriebene Bezug zur germanischen Etymologie Hagazussa scheint hier nicht zwingend gegeben, weil, die nordisch-germanischen Vorstellungen vom Gespenst [der Polarlichter] als Geist und Nibelungen, welche flussaufwärts über den Rhein [Basel] und die Reuss bis nach Luzern in die Inner-Schweiz eingeschleppt wurden, fanden vor Ort mit keltischem Hintergrund keine erkennbar nachhaltig kulturelle Entwicklung. Im magischen Bild sind die germanisch üblichen Wesenheiten [Drachen, Hexen und dergleichen mehr] nicht denkbar, ausgeschlossen. Die Figur [Mär] Hexe im Standard-Deutsch ist nicht gleich der Eigenschaft [Hägs] Häx im Schweizer-Deutsch.

Die Stadt Luzern, wo die Hexerei 1419 erstmals erscheint, liegt am Fusse eines damals zum Betreten verbotenen Berges, auf dem angeblich Drachen hausten. Nach der Legende wurde 1421, also zur Zeit des Auftauchens von Hexereien, in einer Menge von geronnenem Blut der berühmte Drachenstein gefunden, den ein feuriger Drache fallen liess. Diese Erscheinung als Vorstellung [Dämonen] basiert ebenfalls auf der Mission vom Arme-Seelen-Glauben, dem aber vor Ort der kulturelle Hintergrund fehlte.

Der Hexenwahn

Spätestens seit dem Canon Episcopi um 906 wandte sich die katholische Kirche gegen offenbar weit verbreitete Bräuche von nachtfahrenden Frauen. Bischof Burchard von Worms prägte mit seiner ersten bedeutenden Sammlung des Kirchenrechts, dem Decretorum libri viganti, die mittelalterlichen Vorstellungen von unheimlichen nächtlichen Wesen, indem er die zeitgenössischen und überlieferten Ansichten zusammenfasste. Auf Besen zum Sabbat begeben sich Frauen allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert.

Hexensabbat Schon 1428 hatte der Luzerner Chronist Johannes Fründ die Begleitumstände einer Ketzerverfolgung im Wallis festgehalten und dabei zum ersten Mal jene Serie von Praktiken beschrieben, die seither das Bild vom Hexensabbat prägen. Mit einem bösen Geist paktieren, auf Stühlen durch die Luft fliegen, Salben benutzen, Vorräte plündern. Neben rituellem Kindsmord, Kannibalismus und Schadenszauber. Der Dominikaner Johannes Nieder beschreibt Ähnliches in seinem Formicarius. Hier erscheint die betroffene Gemeinschaft bereits als Sekte, als Gegenkirche. Ungefähr gleichzeitig entsteht mit den Errores gazariorum ein anonymer Text, in dem erstmals von sexuellen Orgien während der nun unter Leitung des Teufels stattfindenden Zusammenkünfte die Rede ist. Um 1436 verfasst dann der Richter Claude Tholosan in der Dauphiné ein umfangreiches juristisches Schriftstück, Ut magorum et maleficorum errores, das den detaillierten Nachweis erbringt, dass das Treiben der Hexen als Majestätsbeleidigung zu gelten hat und von der weltlichen Gewalt verfolgt werden muss. Der Kleriker Martin le Franc in Lausanne schliesslich bearbeitet das neue Phänomen radikal Frauen feindlich. In seinem Text Champion des Dames gibt es keine Hexer mehr. Von jetzt an sind so gut wie ausschliesslich Frauen am Hexensabbat teilnehmend, und vor allem Frauen bezahlen mit ihrem Leben für den Aberglauben der neuen Geistlichkeit, den Hexenwahn.

HexenverbrennungMitte des 14. Jh. (1347-1352) erfasste der schwarze Tod, die Pest, in einer ersten Welle als ständig wiederkehrende Pandemie alle Gebiete Europas. Die Pest blieb phasenweise und wellenförmig in Europa bis anfangs des 18. Jh. vorhanden. Über alles betrachtet, dürfte es im Zeitraum zwischen 1347 und um 1700 nur wenige wirklich pestfreie Jahre gegeben haben. Die Sterberate unterlag grossen Schwankungen und konnte regional bis zu 50% ansteigen, also die Hälfte der Bevölkerung töten.

Da man über die medizinischen Zusammenhänge und die Übertragung durch Flöhe auf Ratten nichts wusste, personifizierte man die Pest. So wurden viele Frauen als Hexen verklagt und hingerichtet [Hexenverfolgung]. Oder die Juden wurden angeschuldigt (Brunnenvergiftung) und in Pogromen unschädlich gemacht.



Luzerner Chronik Diebold Schilling Eine Darstellung von merkwürdigen Ereignissen 1456 in der Luzerner Chronik Diebold Schilling (1460-1515), die im Zusammenhang mit zwei Kometen gesehen wurden. Vorne z.B. ein doppelköpfiges Kalb. Es regnet Blut und Fleischstücke.

Tatsächlich war 1456 der ungefähr alle 76 Jahre wiederkehrende Komet Halley zu sehen. Im Oktober 1356 ereignete sich in Basel das bislang schwerste Erdbeben in Mitteleuropa seit Beginn der Geschichtsschreibung.

Viele Menschen waren davon überzeugt, das Ende der Welt sei gekommen.




Hexenforschung Historicum.net

Keltische Mythologie Belenus - Beltane - Beltaine






 

 Impressum /  sitemap