Kelten

Der Silber-Kessel von Gundestrup

La-Tène-Zeit 5.-1. Jahrhundert v. Chr.

[Gundestrup-Mythos]

Bilder sagen mehr als Worte ...

keltische Mythologie

In der heutigen Zentral-Schweiz, [ehemals keltische Helvetier], erscheint als Sage um den Uri-Stier und das Greiss in Surenen das Bild vom weissen Stier, der von einer reinen Jungfrau zum Kampf gegen das durch Frevel entstandene Ungeheuer geführt wird. Die weisse Form des in Europa seit 1627 ausgerotteten dunklen Auerochsen, auch Ur genannten Wild-Rindes, das ursprünglich aus Indien stammt und Stammart der meisten Hausrind-Rassen ist, sei eine im 1. Jahrtausend v.Chr. durch die Kelten oder deren Vorfahren angeblich zu Kult-Zwecken, was immer das gewesen sein soll, domestizierten Rinderrasse.

In der spärlichen Überlieferung durch griechische und römische Quellen ist ein Hinweis auf die weissen Stiere im Bericht über den keltischen Mistel-Kult, verfasst vom Natur-Historiker Plinius der Ältere [Naturalis Historia Band XVI, 249].

Diese Zusammenhänge zeigt das Bild auf der Innenseite des Kessels und das ist folglich der vermutliche Kern der keltischen Mythologie, erfassbar mit den Viereckschanzen oder Keltenschanzen als Gehege dieser Tiere, bewacht von Mensch und Hunden [Bullen-Beisser]:

Keltenschanze

Weitere zwei Bilder zeigen die Achse der Tag-und-Nacht-Gleichen, die Tage oder Nächte werden länger oder kürzer, Halb-Zeit-Wechsel von Sommer- und Winter-Zeit mit Samonios und Beltane, welche durch die Widderkopf-Schlange miteinander verbunden sind. [siehe ... Belenus]

Samain
Beltane

Die restlichen zwei Bilder innen zeigen die Achse der Sonnenwenden, Imbolc und Lughnasad, welche jeweils Frau oder Mann ins Zentrum stellen.

Imbolc
Lugnasad

Aussen am Kessel sind je 4 auf die Frau und den Mann bezogene je gegensätzliche Inhalte, [eine weibliche fehlt]. Vermutlich weisen die Gegensätze je paarweise hin auf einen der vier Anlässe im Sinne von Moral und Ethik. Zum Vergrössern Bilder anklicken.




Rückwirkend irgend etwas religiöses, etwas über-sinnliches, in die überlagerte keltische Kultur der Frühgeschichte auf dem europäischen Fest-Land hinein zu deuten entbehrt der nachweisbaren Grundlage, ist frei erfunden. Zu der auch von vielen Medien stets rezitierten und voneinander abgeschriebenen Behauptung vom angeblich keltischen Gott oder vermeintlichen Gottheiten, [neuheidnisch im Neu-Heidentum, neopagan im Neo-Paganismus, umdeutend in Celtic-Rekonstruction oder esoterisch in der Esoterik], lesen Sie bitte hier: keine keltische Götter-Göttinnen. Die vielen gefundenen Inschriften und Figuren aus keltischer in gallo-römischer Kultur sind keine als stell-vertretende Menschen abgebildete Götter oder Göttinnen, sind keine Gottheiten, sondern Hinweis auf einen tatsächlich vorhandenen Zusammenhang. Vergleichbar heute dem Hauptwort zur Eigenschaft, einer sprachlichen Substantivierung durch Ober-Begriff. Mit Diodor von Sizilien ist überliefert wie Brennus, der Führer der Gallier auf dem Zug durch Griechenland im Jahr 279 v.Chr., in Lachen ausbrach angesichts der Tatsache, dass dort der Natur-Gewalt im Tempel von Delphi menschliche Gestalt zugemutet und Symbol aus Holz und Stein hergestellt wurde.


Copyright © keltoi.ch
Kelten