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Das Keltenkreuz, der keltische Ring als Signatur

Das Kreuz als [christliches] Symbol ist eine Erfindung der abendländischen, vor allem antik-griechisch geprägten Philosophie [weiterlesen ... die heiligen Sieben]:

Mit der Entmystifizierung der Heiligen Sieben veränderte sich das Weltbild: Die griechische Tetra (Vier) und die aus den ersten vier Zahlen (1+2+3+4=10) gebildete Zehn erlangten eine besondere Stellung. Die Welt wurde jetzt mit der Heiligen Vier geordnet: Vier Elemente, vier Himmelrichtungen, vier Winde, vier Jahreszeiten, vier Farben, vier Körpersäfte usw. Die Heilige Vier ist zu einer Art Fadenkreuz des Denkens geworden, einem doppelten Dualismus mit der Logik des ausgeschlossenen Dritten. Vier war auch die Gerechtigkeit: - gleich mal gleich - (zwei mal zwei) - das Kreuz wurde Symbol der Gerechtigkeit und Ganzheit. In Rom wurde die unbesiegte Sonne, der Sol Invictus, zum katholischen Aufgehen soll euch die Sonne der Gerechtigkeit auf der Grundlage der biblischen Prophezeiung (AT Mal 4,2).
Symbol und Kreuz gehören zu einem regional animistischen Weltbild südlich der Alpen und sind nicht keltisch - in der keltischen Kultur ist das Natürliche selber jenes, was andernorts als das Göttliche benannt wird, ohne jede Symbolik. Ein Kreuz ist einfach Abbild je einer horizontalen und einer vertikalen Achse. Mit den Tagundnachtgleichen [Äquinoktium] kann in Europa nördlich der Alpen eine Sommerzeit von einer Winterzeit unterschieden werden. Eine solche Hauptachse wurde vermutlich schon früh erkannt und mit Beltane und Samonios kultiviert, wie als Beispiel die natürliche Sonnenuhr von Elm zeigen mag. Die Sonnenwenden [Solstitium] hingegen bedeuten eine eigenständige und unabhängige Erweiterung innerhalb der Achse Samonios-Beltane. Die Tage oder Nächte werden kürzer oder länger. Die Sonnenwenden stellen demnach eine Signatur dar im magischen Weltbild, das sicher hinweisende Zeichen auf die kürzeste oder längste Nacht sowie eine kommende neue Zeit auf einer anderen Achse (Sommer- oder Winterzeit). Daraus ergibt sich kein angeblicher Kreis der Jahreszeiten, welcher ohnehin nur für die sesshaften Ackerbauern den Kreislauf Saat-Ernte ergibt. Die beiden Tagundnachtgleichen und die beiden Sonnenwenden haben eine grundsätzlich je für sich andere, verschiedene Bedeutung.

Davon ausgehend, die ehemalige Mythologie der Kelten basiere auf einem magisch unistischen Weltbild mit einem trinitären Monismus, zeigen die ältesten noch erhaltenen Bilder, wie etwa hier das High Cross von Kildalton aus dem 8. Jahrhundert, kein Kreuz als Symbol, sondern eine Signatur der Mitte jener zwei unterschiedlichen Achsen von zwei Tagundnachtgleichen und zwei Sonnenwenden, welche duch den Ring zum Ganzen verbunden sind (Die vier Pole der beiden Achsen befinden sich nicht auf dem Ring, da wird noch kein Kreislauf abgebildet wie er später oft zu sehen ist als christliches Motiv). Zum Ring gehört der Sockel mit der Abbildung, wie die horizontale und die senkrechte Achse vermutlich mit der alles ausgleichenden weissbeerigen Mistel aus der Dualität herausgelöst wird (siehe auch bei Brauchtum Lichtmess, Imbolg, Imbolc).

Alles zusammen zeigt eindrücklich die 3x3-Logik der Trinität:

KeltenringKeltenkreuz

In der katholischen Umdeutung wurde Mariä Lichtmess mit einem Frauenname, einer heiligen Brigida (Brigitta, Brigit, Brighid) von Kildare und Gedenktag am 1. Februar verbunden. Die Symbolik des Lichtes ist nicht keltisch, sondern ein zentrales Element der christlichen Vorstellungen (Aufgehen soll euch die Sonne der Gerechtigkeit). Das keltische briga bedeutet Berg und wird von Strabo 30/20 v.Chr. erwähnt in der griech. Form Brigantion (röm. Brigantia) für den Ort Bregenz am Bodensee im Dreiländereck Bayern-Vorarlberg-St.Gallen. Die Brigantier sind diejenigen, die im beginnenden Bergland hausten. Der Ortsname Brig im Wallis leite sich vom keltischen briva für Brücke ab.

Unabhängig davon stellt das Kreuz der heiligen Brigit jedoch deutlich die Mitte von vier Polen oder Verbindung von zwei Achsen dar:

Kreuz der Brigit, Brigida, Brigitta




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