Kelten

Sulis

Sulis

Die Behauptung, Sulis sei eine Sonnen- und Heil-Gottheit der britannischen Kelten, ist frei erfunden bzw. mit Bezug auf keltisch ein nicht beachten der bekannten Tatsachen. Die Legenden berichten:

Ein Hirte mit einer Hautkrankheit habe bei den heissen Wasser-Quellen beim Fluss Avon beobachtet, dass jene seiner Schweine, die sich im dampfenden Schlamm wälzten, in wundersam rosaroter Haut gingen. Er beschloss, es ihnen gleichzutun, tauchte ein in den thermischen Morast - und siehe da: Er kletterte ohne jeglichen Makel heraus.

Fest steht: Bereits die Kelten wussten um die Thermal-Quellen von Bath, [römisch Aquae Sulis], im Westen Englands in der Grafschaft Somerset am Fluss Avon, etwa 20 km von der grösseren Stadt Bristol entfernt. Wasser gurgelt hoch aus 46 Grad heissen Quellen, seit Ewigkeiten schon und die Kelten hatten den Suhl-Platz Sulis genannt.

Erst durch die römische Übersetzung, die Interpretatio Romana, während der römischen Besetzung der Britischen Insel wurde das keltische Sulis deren Göttin Minerva gleichgesetzt und dadurch eine gedankliche Verbindung zum importierten abendländischen Dualismus hergestellt. Als Interpretatio Romana wird die römische Sitte bezeichnet, fremde Vorstellungen durch Identifikation mit römischen Gottheiten der eigenen Religion einzuverleiben. Diese Interpretatio Romana erscheint als erweiterte Fortführung der bereits in der griechischen Religion zu beobachtenden Tendenz, lokale Gegebenheiten mit überregionalen zu identifizieren, wodurch viele Eigenschaften zu blossen Beinamen wurden und eine einheitliche gesamt-griechische Religion überhaupt erst entstand. Entsprechend entwickelte sich aus den verschiedenen Vorstellungen, die teilweise von den Etruskern oder von lokaler Verehrung übernommen wurden und der Vermischung mit griechischem Gedankengut eine einheitliche Römische Mythologie.

Das von griechischen und römischen Berichten überlieferte Denken bzw. die Geheimlehre der keltischen Druiden schliesst aber jeden Gedanken von einer Zweiteilung der Natur in weltlich und göttlich aus. Lesen Sie dazu bitte: der keltische Monismus, die keltische Logik der Dreieinigkeit [Trinität] und keine Gottheiten. Sulis ist der Platz resp. die Heil-Quelle selber und keine Göttin.

Etymologie von Sulis, Sul, Suleviae

Eine allgemein akzeptierte Etymologie für Sulis liegt derzeit [2014] noch nicht vor. Schon seit langem wurde erkannt, dass Sulis im altirischen Wort für Auge (suil, *suli) eine exakte Parallele findet. Keltisch *suli hat man wiederum mit dem indogermanischen Wort für Sonne (*séhul-/*shuéns- = Sonne) in Verbindung zu bringen versucht. Auf dieser Etymologie basiert auch die weit verbreitete Ansicht, Sulis wäre zumindet dem Namen nach eine Sonnengöttin gewesen. Diese Etymologie von suil beruht auf heute überholten mythologischen Theorien des 19. Jh. Anders als im vedischen Indien und im homerischen Griechenland ist die religiöse und dichtersprachliche Metapher von der Sonne als Auge im keltischen nicht belegt. Stattdessen sei vorzuziehen, suli- als ein Kompositum von kelt. su- = gut und *wel- = sehen (suli < *su-wli) zu deuten und folglich Sulis als bonne vue zu verstehen. Demnach wäre Sulis vom Wort für Sonne zu trennen.

Von Sulis wiederum zu trennen sind die inschriftlich vielfach belegten Suleviae-. Dieser in verschiedenen Gebieten der Keltiké belegte Name wurde immer wieder zum Sulis gestellt, ist aber ein Kompositum aus su- = gut und *leuia = führen und meint demnach die gut führende Frau.

 

Das keltische Sul, Seault, Soule

Im ursprünglich als le jeu druidique mit Seault, [keltisch für Sonne], benannten Druiden-Spiel sei beständigen Gerüchten zu Folge einst um einen abgetrennten Menschen-Kopf gekämpft worden. Der Bezug zur tatsächlichen Sonne, welche zur natur-wissenschaftlichen Beobachtung durch die Druiden gehörte, dieser Bezug besteht aber nicht in der Ball-Form einer Kugel, sondern ergibt sich aus dem gedanklichen Inhalt vom Anlass. La Soule wurde in der Bretagne auch nach dem Untergang des keltischen Druidentums infolge Verbot von deren Schulen durch römische Kaiser weiterhin, neu jetzt, mit Weihnachten und Ostern verbunden resp. gespielt. Christlich Weihnacht und Ostern entspricht keltisch Samonios und Beltane bzw. den beiden Tag-und-Nacht-Gleichen. Die Nächte werden kürzer oder länger, je nach Stand der Sonne.

 

Der keltische Fussball

Soule

Im 11. Jahrhundert kehrte das alte keltische Brauchtum mit der Invasion der Normannen wieder aus dem Norden von Frankreich nach England zurück und hat sich erhalten als Shrovetide-Fussballspiel, [Royal Shrovetide Football], ein alljährlich am Faschingsdienstag und Aschermittwoch stattfindendes Volksfussballspiel in Ashbourne, Derbyshire, Grossbritannien. Dieses Spiel gilt als der Ursprung des Derbys, der sportlichen Auseinandersetzung zweier Lokalrivalen. Dabei wurde der Begriff Fussball erstmals verwendet, obschon nach wie vor mehrheitlich mit der Hand gespielt wird. Aus dem kultivierten Rugby entstand später das modern regulierte Fussball-Spiel.

Heute, im Jahr 2014, ist der Hauptsitz vom Weltfussball-Verband FIFA, [Fédération Internationale de Football Association], in der ehemals keltischen Stadt Zürich hoch über der Stadt an einer Örtlichkeit, die von alters her als Sonnenberg bezeichnet wird. Hinauf führt der Jupiter-Steig genannte Weg, vermutlich ein Relikt aus Zeiten der römischen Besetzung.

Schweizer-Deutsch: Tschut = Fusstritt; schutë oder tschutë = Fussball spielen.

 


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