Kelten

Niklaus von Flüe

St. Niklausen [Obwalden]

Der Heidenturm neben der Samiglais Chapellä
[Sami-Klaus Kapelle → Samichlaus]

St. Niklausen [Obwalden]

Die Kapelle von St. Niklausen liegt am Ortsrand etwas höher gelegen beim alten Melchtalerweg am Eingang zur Ranft-Schlucht. Sie ist eine Filial-Kirche der Kirchgemeinde Kerns und wird 1357 erstmals urkundlich erwähnt. Die uralte vormalige Kapelle, Samiglaiser Chappelä bei den Benken [= Bänken] genannt, bei Sankt Niklaus am Schattenberge, soll die erste Pfarrkirche von Unterwalden ob dem Walde gewesen sein.Niklausen bei Benken Im Innern dieser ältesten Kirche von Obwalden zeigt ein Bild eine Feier der Urzeit, als von dem Gebäude nur erst der Chor bestand und bei den Versammlungen die Andächtigen auf Bänken im Schatten einer gewaltigen Eiche sassen. Es war die Zeit, als das Christentum in diesem Lande den ersten Boden gewann. Nicht lange vorher hatten die Einheimischen unter der Eiche ihren Treffpunkt gehabt. In der nun von neuen Lehren überlagerten keltischen Kultur war vermutlich der Druide als Klaus und Bewohner einer Klause der Lehrer von Dreieinigkeit und diese wurde durch den Nikolaus resp. die neue katholische Geistlichkeit ersetzt bzw. verdrängt. Der heilige Nikolaus gilt wie der heilige Martin als apostelgleich. Ebenso wie Martin ist Nikolaus einer der ersten Nichtmärtyrer, die als heilig gelten. Der Titel kommt den Heiligen zu, die sich besonders um die Verbreitung und Durchsetzung des Christentums verdient gemacht haben, vergleichbar den biblischen Aposteln. Die schweizer-deutsch-sprachigen Kläuse [wie Samiglais, Sama-, Samit-, Samichlaus usw.] haben jedoch überhaupt keinen Bezug zum katholischen Sankt Nikolaus sondern zum Samonios der früheren keltischen Kultur, heute Allerseelen.

+ M E · · · E M · C A M · P O · A N M E · E · A · M C A N

Die Glocke im Heidenturm von St. Niklausen wurde um 1200 hergestellt und war vermutlich ursprünglich in der Kirche von Kerns, der Turm und die Kapelle wurden um 1350 gebaut. Die Inschrift ist ohne Wort-Trennung und die Buchstaben sind nur teilweise les- bzw. deutbar, vorstehend die [·].

 

Teufelsbrücke

Die Teufelsbrücke bei Niklausen

Der Standort vom Heidenturm resp. frühere Platz der Versammlung ist am Eingang zum Melchtal durch die Ranft-Schlucht. Bis Mitte 19. Jahrhundert konnte das Melchtal nur über einen Säumerpfad erreicht werden. Diese alte Strasse führte von St. Niklausen zur Schlüsselstelle auf dem langen Fahr-Weg der Kernser zu ihrer Wildi, die Hochalp auf der Frutt beim Melchsee: zwischen Muri und Engiberg muss eine nicht zu umgehende, fast senkrecht abfallende Felskluft überwunden werden. Um 1370 wurde dazu eine so genannte Teufelsbrücke in den Fels gebaut. Die Kernser Alpen werden in der Schirm-Urkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa für das Stift Beromünster 1173 erwähnt im Zusammenhang mit Alprechten. 1367 verkauft das Stift die Kirche Kerns, Melchtal, und mit allem Zubehör, Dienstleuten, Äckern, Matten, Wässern, Wäldern und die Alpen an das Kloster Engelberg. Hinweise für eine prähistorische Begehung und wahrscheinliche Nutzung der Hochalpen um Melchsee-Frutt sind ein Bronzebeil bei der Dämpfelsmatt, ein durchlochter Quarzit und ein Speer auf der Aa-Alp sowie ein Eisenpfeifchen auf der Erzegg. Die fruchtbare Hochebene ist als eisenhaltiger Ort bekannt, an dem wohl schon in der Eisenzeit Erz abgebaut wurde.

 

Niklaus von der Flüe, genannt Bruder Klaus

Der schrift-deutsche Bruder wird mit der schweizer-deutschen Sprache als Brueder oder Brüeder benannt; die Einzahl ist gleich Mehrzahl. Die Legenden berichten von Nachtlichtern in der Ranft-Schlucht [nebst Niklaus, Cäcilia, Ulrich und weiteren ohne Namen], von der Ende 1467 auf der dem Heiden-Turm von St. Niklausen gegenüber liegenden Talseite gebauten Klause und späteren Kapellen von Flühli-Ranft.

Das Sachsler Meditationstuch

Meditationsbild Niklaus von Flüe

Das Betrachtungsbild von Sachseln kann drei Polaritäten zeigen mit der 3x3-Logik vom Keltenkreuz. Die vermeintlichen Pfeile können umgekehrt gesehen werden als Auswirkung und bilden kein Rad, sondern je für sich eine dreieinige Verbindung. So gesehen wäre der Niklaus von der Flüe im übertragenen Sinn in der Tradition des Druiden aus der untergegangenen keltischen Kultur: der [Sami]-Klaus bzw. der Bewohner einer Klause bei St. Niklausen - um Rat gesucht besucht [ → Samichlaus].

 


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