Kelten

Keltenschanzen

Rätsel, Geheimnis, Mythos

Heiligtum der Kelten in der keltischen Kultur

Mythologie

In die überlagerte keltische Kultur der Frühgeschichte rückwirkend irgend etwas Heiliges hinein zu deuten entbehrt der nachweisbaren Grundlage, ist frei erfunden. Ein sich von etwas religiösem zuerst angesprochen zu wissen zu meinen zu glauben wird aus keltischer Kultur nicht überliefert. Heilig in einem religiösen Sinn bedingt den Lehrsatz, das Dogma als allgemein gültigen Glaubens-Grundsatz oder Glaubens-Bekenntnis und dies wäre aus keltischer Sicht, also mit Bezug auf die überlieferte unvergängliche [zeitlose] Seele, vollkommen unlogisch.

Nemeton, Viereckschanze oder Keltenschanze

Als keltische Viereckschanze oder Keltenschanze bezeichnet werden die vor allem in Süddeutschland anzutreffenden Reste eines quadratischen, manchmal auch rechteckigen Areals mit umlaufendem Wall und Graben aus keltischer Kultur. Ursprung, Bedeutung und Zweck dieser rätselhaften archäologischen Funde ist vermutlich ganz naheliegend zu sehen wie auf dem Silber-Kessel von Gundestrup abgebildet, nämlich als die Gehege der weissen Rinder, deren Vermischung mit dem dunklen Ur [Auerochse] verhindert werden musste.

Keltenschanzen

Aus der spärlichen Überlieferung zu den Kelten durch griechische und römische Quellen ist ein Hinweis auf die weissen Stiere im Bericht über den keltischen Mistel-Kult, verfasst vom Naturhistoriker Plinius der Ältere in der Naturalis Historia Band XVI, 249. Plinius lebte von 23 bis 79 n.Chr., also nachdem römische Kaiser wie Augustus, Tiberius und Claudius das Druidentum der Kelten verboten hatten und damit die keltische Kultur der Schulen beraubten.

Wurden die weissen Stiere von den Kelten tatsächlich zu Kult-Zwecken gezüchtet und gehalten, dann ist das der Kern der keltischen Mythologie [→ Tarvos Trigaranus].

Die Vorstellung von einem Heiligtum im Sinn der nachfolgenden theistisch-christlichen Gedanken-Zusammenhänge ist nicht keltisch trinitär ganzheitlich ohne dual absolute Position. Die Deutung von archäologisch nachgewiesenen Funden innerhalb von Oppida ist zu trennen von den Keltenschanzen. Die später aus dem keltischen Cill [= Richtung und Weg] entstandene Chilë [= Kirche] war in keltischer Kultur vermutlich lediglich ein Treffpunkt im Oppidum, aber gewiss kein Heiligtum im heutigen religiösen Verständnis.


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